Dr. Sara Straub erzählt, wie sie ihren Kindheitstraum, Kinderärztin zu werden, in die Realität umsetzte und was sie jeden Tag aufs Neue daran begeistert, für ihre kleinen Patient da zu sein.
Bereits als Kind wusste ich – ich will einmal Kinderärztin werden! Zu gerne erinnere ich mich an die Praxis meiner damaligen Kinderärztin, Frau Dr. Lindlbauer. Bei ihr gab es ein Aquarium im Wartezimmer, man bekam nach einer Impfung immer ein in Pergamentpapier gepacktes Gummibärchen und sie kam auch mal nach Hause, wenn es ganz schlimm war.
Viele Medizinstudent:innen stellen sich erst im Laufe ihres Studiums die Frage, welche Fachrichtung sie einschlagen sollen. In den verschiedenen Vorlesungen und den dazu passenden klinischen Praktika zeigt es sich dann, für welche Fächer man die ersten Vorlieben entwickelt. Doch manch einem fällt es bei der grossen Auswahl doch schwer, sich zu entscheiden – es ist ja doch eine Entscheidung fürs Leben.
Ich konnte meinen Kindheitstraum verwirklichen und wurde Kinderärztin. Die Pädiatrie bringt aus meiner Sicht alles mit sich – ich behandle Jungs und Mädchen, bin vom Neugeborenen bis hin zum fast Erwachsenen involviert und feste Ansprechpartnerin, erst für die Eltern, später dann für die Jugendlichen. Kinder sind ehrlich und echt. So kann es schonmal passieren, dass sie sagen: "Ich mag aber nicht" und man etwas improvisieren muss, um die Lunge abhören zu können. Oder ich muss gute Argumente für eine Ohrinspektion hervorzaubern. Die Interaktion sowohl mit den kleinen Patient:innen als auch mit den dankbaren Eltern bringt täglich Freude und zahlreiche Abwechslung – Infekte, Vorsorgen, Impfungen und Notfälle – alles ist mit dabei.
Auch medizinisch gesehen, ist in der Pädiatrie ein breites Spektrum geboten. Die meisten meiner kleinen Patient:innen sind – bis auf ein bisschen Schnupfen und Husten – gesund. Leider geht es aber nicht allen so. Es liegt in der Verantwortung des Praxispädiaters, unter den vielen gesunden Kindern die herauszufischen, die etwas mehr Aufmerksamkeit von uns Ärzten benötigen.
Nicht nur sind der Arbeitsalltag und die Patient:innen vielfältig, auch gibt es in diesem Fachgebiet einige Spezialisierungen, auf die man sich nach der 5-jährigen Facharztausbildung fokussieren und sich so, falls gewünscht, auf einen Schwerpunkt festlegen kann. Zudem ist man bezüglich des Arbeitsumfeldes wenig eingeschränkt und es bleiben immer beide Wege offen – sowohl im Spital als auch in der Praxis.
Ich arbeite als Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin im Kinderarzthaus, wo wir Patient:innen 365 Tage im Jahr eine komplette Versorgung anbieten. Besonders an Sonn- und Feiertagen können wir so auch die Spitäler ein wenig entlasten und stets für unsere Patient:innen und ihre kleinen und grossen Sorgen da sein.
Was ich an meiner Arbeit hier sehr schätze, ist die Vielfalt im Team. Nebst Fachärzt:innen sind auch Assistenz- und Unterassistent:innen bei uns herzlich willkommen. Ich freue mich, Erfahrungen im Bereich der Praxispädiatrie zu teilen und bei angehenden Fachärzt:innen in der Aus- und Weiterbildung mitwirken zu dürfen.
Wir haben hier im Kinderarzthaus zwar keine Gummibärchen wie früher und auch kein Pergamentpapier – doch mit einem Ballon ist die eine oder andere Impfung auch ganz schnell vergessen!
Autorin: Dr. med. Sara Straub, Fachärztin Kinder- und Jugendmedizin
Fachärztin Kinder- und Jugendmedizin